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Meddlers

Meddlers ist ein Tischspiel aus Jurgen Appelos Management 3.0, bei dem Kleingruppen aus sechseckigen Plättchen und Markern eine Organisationsstruktur bauen und dabei die Zielkonflikte besprechen. Ein Plättchen steht für ein Team oder eine Einheit, Gesichter-Marker für Personen und Hut-Marker für deren Rollen; Plättchen, die sich berühren, stehen für Teams, die zusammenarbeiten. Es gibt weder Punkte noch Gewinner: Der Wert liegt darin, die Organisation als Netzwerk zusammenarbeitender Teams zu sehen und durchzusprechen, wie sie sich verändern sollte, wenn sich die Bedingungen ändern.

Dauer
1h–2h
Gruppengröße
3–30 people
Material
Ein Meddlers-Spielset pro Tisch: sechseckige Plättchen, Gesichter-Marker und Hut-Marker (bei Management 3.0 erhältlich, auch als Druckversion), Beschreibungen der Szenarien oder Aufgaben, Ein großer Tisch pro Gruppe…

Moderationsablauf

  1. 1

    Bilde Tische mit drei bis sechs Personen, verteile die Sets und erkläre die Notation: Plättchen als Teams, Gesichter als Personen, Hüte als Rollen, sich berührende Plättchen als Zusammenarbeit.

    10 Min.
  2. 2

    Nenne die einzige Regel, dass sich der Tisch einig sein muss, was sein Entwurf darstellt, und gib dann das Szenario aus.

    5 Min.
  3. 3

    Die Tische bauen ihre erste Struktur. Geh herum und frage, warum ein Team dort liegt, wo es liegt, und was diese Platzierung kostet.

    20 Min.
  4. 4

    Kündige eine Änderung der Bedingungen an, etwa Wachstum oder ein neues Produkt. Die Tische passen ihren Entwurf an.

    15 Min.
  5. 5

    Jeder Tisch stellt seine Struktur vor und den wichtigsten Zielkonflikt, den er in Kauf genommen hat. Fotografiere die Entwürfe.

    15 Min.
  6. 6

    Auswertung im Plenum: Welche Muster haben sich über die Tische hinweg gezeigt, wo sind Spezialisten und Generalisten gelandet, und was sagt das über die eigene Organisation der Gruppe?

    15 Min.

Tipps

  • Beginne mit einem fiktiven Szenario, bevor ihr die eigene Organisation anfasst; über eine erfundene Webagentur streitet es sich freier als über die eigenen Berichtslinien.

  • Frag immer wieder, was eine Platzierung kostet, denn jede Struktur tauscht eine Art von Abstimmungsaufwand gegen eine andere, und Gruppen neigen dazu, ihren ersten Entwurf zu verteidigen.

  • Die Quelle nennt weder Zeiten noch Tischgrößen; drei bis sechs Personen pro Tisch und insgesamt 60 bis 90 Minuten sind Arbeitsschätzungen, passe sie also an deine Gruppe an.

Typische Stolperfallen

  • Die Tische bauen das bestehende Organigramm Plättchen für Plättchen nach, sodass das Spiel den Status quo bestätigt, statt Alternativen zu erproben

  • Eine ranghohe Person ordnet die Plättchen an, während die anderen zusehen, und aus der Einigkeitsregel wird stillschweigende Zustimmung

  • Die Moderation lässt die Änderung der Bedingungen aus, und die Gruppen erleben nie, dass eine Struktur, die zu einer Situation passt, in der nächsten scheitert

  • Die Auswertung bleibt im fiktiven Szenario, niemand schlägt die Brücke zur realen Organisation, und übrig bleibt eine angenehme Stunde ohne Folgen

  • Gesichter-Marker werden stillschweigend echten Kolleginnen und Kollegen zugeordnet, und die Diskussion wandert von Gestaltungsprinzipien zur Frage, wer seinen Platz verlieren würde

Variationen

Runde mit der echten Organisation: Lass die Tische nach einem fiktiven Szenario die aktuelle Struktur nachbauen und danach eine Version, die deren schmerzhafteste Übergabe behebt. Ein-Tisch-Version für ein Führungsteam von bis zu sechs Personen, wobei eine Person den Auftrag hat, für den entgegengesetzten Entwurf zu argumentieren. Remote: Baue Plättchen und Marker als Formen auf einem Online-Whiteboard nach, ein Frame pro Breakout-Gruppe. Kurzversion: Lass die wechselnden Bedingungen weg und spiele ein einziges Szenario mit Auswertung in etwa 45 Minuten.

Einsatzbereiche

Vorbereitung einer Reorganisation oder eines Team-NeuzuschnittsVernetzte Teamstrukturen im Vergleich zur Hierarchie vermittelnSkalierung von einem Team auf mehrereFührungskräftetraining zu OrganisationsdesignFunktionale und crossfunktionale Aufstellungen vergleichen

Wann einsetzen

  • Ein Team oder eine Abteilung steht vor einer Umstrukturierung, und die Betroffenen sollen die Optionen durchdenken, bevor ihnen ein Organigramm vorgesetzt wird

  • Eine wachsende Organisation muss ein Team in mehrere aufteilen, und niemand ist sich einig, wo der Schnitt liegen soll

  • Führungskräfte sprechen über Struktur nur in Berichtslinien und brauchen einen Weg, die Zusammenarbeit zwischen Teams sichtbar zu machen

  • Ein Führungskräfteprogramm braucht eine praktische Übung zu funktionalen und crossfunktionalen Teams

  • Übergabeprobleme zwischen Abteilungen kehren immer wieder, und du willst, dass sie als Gestaltungsfrage gesehen werden

Wann nicht einsetzen

  • Die neue Struktur ist bereits beschlossen: Alternativen durchzuspielen wirkt dann wie Scheinbeteiligung; erkläre die Entscheidung und arbeite stattdessen in einer Session daran, wie sie gelingen kann

  • Unklar ist, wer innerhalb eines bestehenden Teams was macht, nicht wie Teams geschnitten sind; nutze Roles and Responsibilities oder eine RACI-Matrix

  • Die Frage ist, wie viel Entscheidungsbefugnis Teams haben, nicht wie sie zusammengesetzt sind; Delegation Poker setzt genau dort an

  • Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, und die Teilnehmenden wissen es: Gesichter-Marker über den Tisch zu schieben wird zum schmerzhaften Stellvertreter für echte Menschen, führe stattdessen ein direktes, gut vorbereitetes Gespräch

  • Du hast weniger als 45 Minuten; ohne die Runde mit geänderten Bedingungen und eine ordentliche Auswertung bleibt das Spiel ein Puzzle

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Häufig gestellte Fragen

Was ist Meddlers?▾

Meddlers ist ein Tischspiel aus Management 3.0, dem von Jurgen Appelo entwickelten Managementansatz, mit dem sich besprechen lässt, wie eine Organisation aufgebaut ist. Kleingruppen legen sechseckige Plättchen als Teams aus, ergänzen Marker für Personen und deren Rollen und passen den Entwurf an, wenn sich das Szenario ändert. Es gibt keine Wertung und keinen Gewinner; das Ergebnis ist die Diskussion am Tisch.

Was bedeuten die Plättchen und Marker bei Meddlers?▾

Jedes sechseckige Plättchen ist ein Team oder eine Organisationseinheit. Gesichter-Marker auf einem Plättchen sind die Personen in diesem Team, Hut-Marker zeigen, welche Rolle jede Person hat. Gleiche Hüte auf einem Plättchen stehen für ein Spezialistenteam, gemischte Hüte für ein crossfunktionales, und Plättchen, die sich berühren, sind Teams, die direkt zusammenarbeiten.

Wie viele Personen können Meddlers spielen?▾

Die Quelle nennt keine Zahl. In der Praxis funktionieren drei bis sechs Personen pro Tisch, weil alle an die Plättchen herankommen und die Regel, dass sich alle über den Entwurf einig sein müssen, handhabbar bleibt. Größere Gruppen spielen parallel an mehreren Tischen und vergleichen am Ende ihre Entwürfe.

Brauche ich das Original-Spielset?▾

Das Spiel ist auf seine Plättchen und Marker ausgelegt, die Management 3.0 für den Einsatz in eigenen Sessions zur Verfügung stellt. Prüfe die Nutzungsbedingungen, bevor du die Materialien vervielfältigst; sie sind urheberrechtlich geschützt und nicht für den Weiterverkauf bestimmt. Für eine Remote-Session erfüllen einfache Sechsecke und Icons auf einem Online-Whiteboard denselben Zweck.

Ist Meddlers ein Werkzeug, um über eine Reorganisation zu entscheiden?▾

Es ist eine Denk- und Diskussionshilfe, kein Entscheidungsverfahren. Es hilft, Optionen und Zielkonflikte zu sehen, und zeigt Führungskräften, wie die Betroffenen über Struktur denken. Jede tatsächliche Neugestaltung braucht ihren eigenen Entscheidungsprozess, mit klaren Angaben dazu, was offen ist und was feststeht.

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Method descriptions on Workshop Weaver are original content written by our team, based on established facilitation practices. This method was inspired by work from Jurgen Appelo / Management 3.0.