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Staple Yourself to Something

Staple Yourself to Something ist ein Spiel zur Prozessvisualisierung: Eine Gruppe wählt ein Objekt, etwa eine Bestellung, ein Support-Ticket oder eine Idee, verfolgt es Schritt für Schritt vom Anfang bis zum Ende und zeichnet als visuelle Geschichte auf, was mit ihm geschieht. Bei einem einzigen Objekt zu bleiben, hält die Darstellung konkret und den Umfang begrenzt. Das Spiel ist in Gamestorming veröffentlicht und wird dort James Macanufo zugeschrieben; der Name greift die Idee aus der Prozessverbesserung auf, sich 'an eine Bestellung zu heften'.

Dauer
1h–2h
Gruppengröße
2–10 people
Material
Whiteboard oder eine lange Bahn Papier an der Wand, Marker, Klebezettel

Moderationsablauf

  1. 1

    Stelle das Objekt vor, zeichne es und klärt Startpunkt, Endpunkt und ob ihr den heutigen oder den gewünschten Prozess abbildet.

    10 Min.
  2. 2

    Sammelt die Hauptschritte und reduziert sie auf etwa sieben.

    15 Min.
  3. 3

    Einigt euch, welche Informationen ihr bei jedem Schritt festhaltet, etwa Personen, Tätigkeiten und Zeit.

    5 Min.
  4. 4

    Führt das Objekt durch die Schritte und zeichnet die Geschichte. Notiert Verzweigungen und Schleifen am Rand und bleibt in Bewegung.

    35 Min.
  5. 5

    Geht das Gesamtbild durch und markiert Verzögerungen, Übergaben und unklare Schritte.

    15 Min.
  6. 6

    Vereinbart, welche Erkenntnisse ihr angeht und wer sie weiterverfolgt.

    10 Min.

Tipps

  • Nutze das Objekt als Steuerungsinstrument: Alles, was es nicht voranbringt, wird notiert und beiseitegelegt.

  • Hat das Objekt im echten Leben eine Frist, nenne sie am Anfang und komm darauf zurück; das gibt der Geschichte Tempo.

  • Achte darauf, ob Leute zwischen dem, wie es ist, und dem, wie sie es gern hätten, hin- und herrutschen, und hole sie zu dem Zustand zurück, den ihr abbilden wolltet.

  • Ist eine prozessverantwortliche Person anwesend, nutze ihr Wissen, lass aber die Menschen erzählen, die die Arbeit machen, denn ihre Version ist für die Prozessverantwortlichen oft neu.

Typische Stolperfallen

  • Den aktuellen und den gewünschten Prozess in einer Zeichnung mischen; die Darstellung beschreibt dann etwas, das es nirgends gibt, und taugt weder für Analyse noch für Gestaltung

  • Jeder Verzweigung und Ausnahme folgen, sobald sie auftaucht; der Session geht die Zeit aus, bevor das Objekt das Ende erreicht

  • Ein zu abstraktes Objekt wählen, etwa 'Information'; niemand kann sagen, wo es sich in einem bestimmten Moment befindet, und die Geschichte wird vage

  • Die prozessverantwortliche Person den gesamten Ablauf erzählen lassen; so wird der vorgesehene Prozess festgehalten, und die Workarounds, die die Leute tatsächlich nutzen, bleiben verborgen

  • An jedem Schritt Textlisten schreiben, ohne zu zeichnen; das Ergebnis ist schwerer zu merken und anderen zu erklären

Variationen

Führt es zweimal mit demselben Objekt durch, erst für den aktuellen Prozess und dann für den gewünschten, und vergleicht die beiden Zeichnungen. Teilt euch bei einem breiten Prozess in Untergruppen auf, die jeweils einem anderen Objekt folgen, etwa einer Standardbestellung und einer Eilbestellung, und schaut, wo sich die Wege unterscheiden. Online nutzt ihr ein geteiltes Whiteboard mit einem Rahmen pro Schritt und einem einfachen Symbol für das Objekt, das beim Erzählen weitergeschoben wird. Für mehr Genauigkeit ergänzt ihr anschließend gemessene Zeiten an jedem Schritt.

Einsatzbereiche

Einen bestehenden Prozess von Anfang bis Ende verstehenÜbergaben, Verzögerungen und Nacharbeit findenEinen Prozess dokumentieren, den niemand aufgeschrieben hatNeuen Teammitgliedern zeigen, wie die Arbeit fließtEinen gewünschten künftigen Prozess entwerfen

Wann einsetzen

  • Ein Prozess dauert zu lange, und niemand kann sagen, wo die Zeit bleibt

  • Jede Person kennt ihren eigenen Teil der Arbeit, aber niemand kann den gesamten Ablauf beschreiben

  • Die offizielle Prozessdokumentation fehlt oder ist so kompliziert, dass niemand sie nutzt

  • Ein Team will einen Prozess verändern und braucht zuerst ein gemeinsames Bild davon, wie er jetzt läuft

  • Neue Kolleginnen und Kollegen müssen verstehen, wie eine Anfrage durch die Organisation wandert

Wann nicht einsetzen

  • Im Fokus stehen Erleben und Gefühle der Kundinnen und Kunden; das erfasst eine User Journey Map, während dieses Spiel dem Arbeitsgegenstand folgt

  • Du brauchst die Frontstage- und Backstage-Ebenen eines Service im Detail; nutze einen Service Blueprint

  • Die Menschen, die die Arbeit machen, sind nicht im Raum; die Darstellung zeigt dann die offizielle Version, verschiebe also oder beobachte zuerst die Arbeit vor Ort

  • Der Prozess hat viele gleich wichtige Varianten und keinen typischen Fall; einigt euch zuerst auf ein repräsentatives Objekt oder bildet die Varianten in getrennten Sessions ab

  • Du brauchst gemessene Durchlaufzeiten für einen Business Case; hier entstehen eine gemeinsame Geschichte und Schätzungen, schließe also eine Datenerhebung an

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Häufig gestellte Fragen

Was ist Staple Yourself to Something?▾

Es ist ein Spiel zur Prozessvisualisierung aus Gamestorming, bei dem eine Gruppe ein Objekt von einem definierten Start bis zu einem definierten Ende durch einen Prozess verfolgt und zeichnet, was bei jedem Schritt geschieht. Das Ergebnis ist eine visuelle Geschichte des Prozesses. Teams nutzen es, um Verbesserungen zu finden oder den Prozess anderen zu erklären.

Welcher Art von Objekt sollte man folgen?▾

Etwas Konkretem, das sich durch den Prozess bewegt und das alle wiedererkennen: einer Bestellung, einem Störungsticket, einer Rechnung, einer Bewerbung, einer Idee. Wähle einen typischen Fall, nicht die seltene Ausnahme, und lege ihn vor der Session fest.

Wie viele Schritte sollte die Darstellung haben?▾

Für eine Geschichte auf hoher Ebene sind etwa sieben Hauptschritte ein guter Richtwert. Mehr Details lassen sich später für die Schritte ergänzen, die sich als problematisch erweisen. Mit zu vielen Schritten zu beginnen, macht es schwer, in einer Session das Ende zu erreichen.

Wie lange dauert es, und wie viele Personen können mitmachen?▾

Die Quelle nennt ein bis zwei Stunden für zwei bis zehn Mitspielende. In der Gruppe sollten Menschen aus jedem Teil des Prozesses vertreten sein, damit kein Schritt aus zweiter Hand beschrieben wird.

Was macht man mit der fertigen Darstellung?▾

Nutze sie, um zu zeigen, wo das Objekt wartet, den Besitzer wechselt oder zurückläuft, und wähle einige dieser Stellen zur Verbesserung aus. Die Zeichnung hilft auch beim Onboarding und dabei, den Prozess Menschen außerhalb des Teams zu erklären.

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Method descriptions on Workshop Weaver are original content written by our team, based on established facilitation practices. This method was inspired by work from Gamestorming (James Macanufo).