Six Paths Framework
Das Sechs-Pfade-Framework ist ein Blue-Ocean-Strategie-Werkzeug von W. Chan Kim und Renée Mauborgne, das Organisationen dabei hilft, die Grenzen ihrer Branche systematisch zu rekonstruieren und unbestrittenen Marktraum zu entdecken. Die meisten Organisationen definieren ihre Wettbewerbslandschaft zu eng — sie schauen nur auf direkte Wettbewerber, bedienen bekannte Kundensegmente und konkurrieren auf etablierten Faktoren. Das Sechs-Pfade-Framework durchbricht diese Gewohnheit, indem es sechs alternative Betrachtungslinsen systematisch anwendet: alternative Branchen (welches Problem löst der Kunde, wenn er Sie nicht nutzt?), strategische Gruppen innerhalb einer Branche (was bieten Anbieter im Hochpreis- oder Niedrigpreissegment, das Ihr Segment ignoriert?), die Käuferkette (wer trifft die Kaufentscheidung, wer nutzt das Produkt?), komplementäre Produkte und Dienstleistungen (was macht der Kunde vor, während und nach der Nutzung Ihres Produkts?), funktionaler oder emotionaler Mehrwert (lässt sich vom Feature-Wettbewerb zum Erlebniswettbewerb wechseln oder umgekehrt?), und Zeit (wie gestalten externe Trends die Kundenbedürfnisse um, und wie sähe der Markt aus, wenn diese Trends vollständig eintreten?). Jeder Pfad ist eine strukturierte Herausforderung, die neue Faktorkandidaten erzeugt — das Rohmaterial für Strategy Canvas und ERRC-Raster.
So geht's
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Framework einführen: erklären, dass das Ziel darin besteht, bewusst durch sechs verschiedene Linsen aus dem aktuellen Wettbewerbsrahmen herauszuschauen. Das Ergebnis sind neue Faktorkandidaten — keine endgültigen Antworten.
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Pfad 1 — Alternative Branchen (15 Min.): Fragen: 'Auf welche anderen Branchen oder Produkte weichen Kunden aus, wenn sie uns nicht nutzen?' Die wichtigsten Angebote dieser Alternativen erfassen und die Faktoren identifizieren, die sie attraktiv machen.
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Pfad 2 — Strategische Gruppen (10 Min.): Die Tierstuktur der eigenen Branche identifizieren (Premium, Mitte, Einstieg). Fragen: 'Was tun Anbieter im Hochpreissegment, das unsere Kunden bewundern?' und 'Was bieten Einstiegssegment-Anbieter, das unsere Kunden eigentlich bevorzugen?'
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Pfad 3 — Käuferkette (10 Min.): Die Käuferkette (Einkäufer, Nutzer, Beeinflusser) kartieren. Fragen: 'Welche Käufergruppe adressiert die Branche, und welche wird ignoriert?' Wertfaktoren für vernachlässigte Käufer erkunden.
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Pfad 4 — Komplementäre Angebote (10 Min.): Den breiteren Kundenkontext kartieren: Was passiert vor, während und nach der Produktnutzung? Fragen: 'Welches komplementäre Produkt, wenn gebündelt oder eliminiert, würde die meiste Reibung erzeugen oder beseitigen?'
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Pfad 5 — Funktionaler/Emotionaler Mehrwert (10 Min.): Bewerten, ob die Branche primär funktional oder emotional konkurriert. Fragen: 'Wie sähe ein rein funktionales Angebot ohne emotionale Elemente aus?' oder 'Welche emotionale Bedeutung könnte einer funktionalen Kategorie hinzugefügt werden?'
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Pfad 6 — Zeit und Trends (10 Min.): 2–3 Makrotrends identifizieren, die den Markt verändern. Diese vorausdenken: 'Wenn dieser Trend vollständig eintritt, welche Faktoren werden Kunden dann schätzen, die sie heute kaum wahrnehmen?'
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Synthese: Ăśber alle sechs Pfade hinweg neue Faktorkandidaten clustern und priorisieren. Die vielversprechendsten Kandidaten in den Strategy Canvas oder das ERRC-Raster einspeisen.
Tipps
Teilnehmer bleiben bei Pfad 1 oft zu nah an der eigenen Branche. Klar gegensteuern: Eine Consumer-App sollte Bücher, Coaches und Communities betrachten — nicht nur Wettbewerbs-Apps.
Pfad 3 (Käuferkette) liefert im B2B-Kontext regelmäßig die überraschendsten Erkenntnisse — die Person, die zahlt, leidet selten unter dem eigentlichen Problem.
Jeden Pfad streng auf die Zeit begrenzen. Das Ziel ist Breite der Anregungen, keine Tiefe. Tiefe kommt in der Strategy-Canvas- und ERRC-Phase.
Externe Stimulusmaterialien vorbereiten: Screenshots von alternativen Branchenangeboten, Trend-Berichte, Kundeninterview-Zitate. Kaltstart-Ideenfindung liefert selten die besten Ergebnisse.
Dieses Framework vor — nicht nach — dem Zeichnen des Strategy Canvas anwenden. Es stellt sicher, dass die Faktorliste auf der horizontalen Achse wirklich breit angelegt ist.
Variationen
Für eine fokussierte 60-Minuten-Version nur 3 der 6 Pfade auswählen, die für die spezifische strategische Frage am relevantesten sind. Für einen Innovations-Sprint nur Pfad 4 (komplementäre Angebote) und Pfad 6 (Trends) verwenden. Kann auch asynchron als Vorbereitungsarbeit durchgeführt werden, mit Synthese in einem Folge-Workshop.
Einsatzbereiche
Häufig gestellte Fragen
Wann sollte ich Six Paths Framework einsetzen?â–ľ
Setze Six Paths Framework ein, wenn du Folgendes erreichen möchtest:: Identifikation neuer Markträume jenseits der aktuellen Wettbewerbslandschaft; Vorbereitung für einen Blue-Ocean-Strategy-Canvas-Workshop; Produktstrategie-Sessions, bei denen inkrementelles Denken festgefahren ist; Innovations-Pipeline-Exploration für neue Einnahmequellen; Strategieplanung in disruptierten oder commoditisierten Märkten.
Wie lange dauert Six Paths Framework?â–ľ
Six Paths Framework dauert typischerweise 75–150 Minuten.
FĂĽr wie viele Teilnehmer eignet sich Six Paths Framework?â–ľ
Six Paths Framework eignet sich am besten für Gruppen von 4–20 Personen.
Welche Materialien brauche ich fĂĽr Six Paths Framework?â–ľ
Für Six Paths Framework benötigst du: Sechs-Pfade-Vorlage (6 Spalten), Großes Whiteboard oder Papier, Haftnotizen, Stifte, Kunden-Journey- oder Persona-Daten, Branchen-/Wettbewerbsreferenzmaterialien.
Wie schwierig ist es, Six Paths Framework zu facilitieren?â–ľ
Six Paths Framework ist als mittelschwer eingestuft — etwas Facilitation-Erfahrung ist hilfreich.
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Kostenlos testenMethod descriptions on Workshop Weaver are original content written by our team, based on established facilitation practices. This method was inspired by work from W. Chan Kim & Renée Mauborgne.