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Wunderfrage

Die Wunderfrage ist eine lösungsorientierte Facilitation-Technik, die Teilnehmende einlädt, sich eine Zukunft vorzustellen, in der das Problem bereits gelöst ist — ohne zu analysieren, wie das geschehen ist. Entwickelt von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg in der lösungsfokussierten Kurztherapie, umgeht sie problemüberlastetes Denken und öffnet lebendige, konkrete Beschreibungen eines gewünschten Zustands. In der Gruppenfacilitation ist sie ein kraftvolles Werkzeug für Visionierung, Zielsetzung und das Überwinden von Blockaden.

Dauer
20m–1h
Gruppengröße
2–20 people
Material
Notepads or sticky notes
Quelle
Workshop Weaver

So geht's

  1. 1

    Schaffe einen ruhigen, reflektierenden Moment — verlangsamen das Tempo, lade die Teilnehmenden ein, einen Atemzug zu nehmen oder kurz die Augen zu schließen.

  2. 2

    Stelle die Wunderfrage langsam und deutlich: 'Stell dir vor, heute Nacht passiert während du schläfst ein Wunder. Das Problem, an dem wir gearbeitet haben, ist vollständig gelöst. Du wachst morgen auf — aber du weißt noch nicht, dass das Wunder geschehen ist. Was ist das erste, was du bemerken würdest, das dir sagt, dass sich etwas verändert hat?'

  3. 3

    Gib den Teilnehmenden 3–5 Minuten Zeit, um ihre Antworten individuell aufzuschreiben, bevor sie teilen — schütze die Qualität der individuellen Reflexion.

  4. 4

    Lade zuerst zum Teilen in Paaren oder kleinen Gruppen ein, und sammle dann die wichtigsten Themen im Plenum.

  5. 5

    Stelle Folgefragen, um die Vision konkret zu machen: 'Wer sonst wĂĽrde es bemerken? Was wĂĽrden sie sehen, was du anders machst? Welches kleine Zeichen wĂĽrde zuerst erscheinen?'

  6. 6

    Nutze die Antworten, um gemeinsame gewünschte Ergebnisse zu identifizieren und sie in umsetzbare Ziele oder nächste Schritte zu verwandeln.

  7. 7

    Schließe mit der Frage: 'Was ist heute bereits teilweise wahr? Welche kleinen Schritte könnten das realer machen?'

Tipps

  • Stelle die Frage langsam, mit absichtlichen Pausen — Eile tötet die reflektierende Qualität.

  • Die Kraft liegt im Nachfragen, nicht in der ersten Antwort. Fordere zur Spezifität auf: Sichtweisen, Geräusche, Verhaltensweisen.

  • Achte in Gruppen darauf, dass nicht sofort auf 'wie' gesprungen wird — leite sanft um: 'Wir kommen zum Wie; lass uns zuerst wirklich das Was sehen.'

  • Funktioniert hervorragend als EröffnungsĂĽbung zur Visionierung vor einer strategischen Planungssitzung.

  • FĂĽr Teams, die in Konflikten blockiert sind, kann die Wunderfrage ĂĽberraschende Ăśbereinstimmungen darĂĽber aufdecken, wie 'gut' tatsächlich aussieht.

Variationen

Team-Version: Bitte jede Person, ihr Wunder-Szenario aufzuschreiben, und kombiniere sie dann an einer gemeinsamen Wand, um überlappende Elemente zu identifizieren — die Überlappungen werden zur gemeinsamen Vision. Remote-Version: Nutze ein anonymes digitales Board (Mentimeter, Miro), damit alle Antworten gleichzeitig erscheinen, ohne Gruppendenken. Vereinfachte Version für kürzere Sessions: 'Stell dir vor, dieses Problem ist in sechs Monaten gelöst — wie sieht dein Arbeitstag aus?'

Einsatzbereiche

strategische VisionierungTeambildungKonfliktmediationInnovationsworkshopsFührungskräfte-Coaching-Zirkel
🪡

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Method descriptions on Workshop Weaver are original content written by our team, based on established facilitation practices.

Wunderfrage — Facilitation Method | Workshop Weaver