Ressourcenorientierung
Die Ressourcenorientierung ist ein lösungsfokussierter Ansatz in der Facilitation, der bewusst die Aufmerksamkeit von Problemen auf vorhandene Stärken, Fähigkeiten und Ausnahmen umleitet. Anstatt zu fragen: 'Was ist falsch und warum?', fragt sie: 'Wann funktioniert das gut? Was machen wir bereits richtig? Welche Ressourcen haben wir?'. Verankert in der lösungsfokussierten Kurztherapie (de Shazer, Berg) und der positiven Psychologie, führt sie schneller zu Veränderungen, indem sie auf dem aufbaut, was bereits funktioniert — anstatt zu versuchen, das zu eliminieren, was nicht funktioniert.
So geht's
- 1
Benenne den Perspektivwechsel zu Beginn ausdrücklich: 'Wir haben das Problem diagnostiziert. Jetzt möchte ich gleich viel Zeit auf unsere Ressourcen verwenden — was bereits funktioniert. Das wird uns helfen, auf Stärken aufzubauen, anstatt nur Lücken zu schließen.'
- 2
Stelle die zentrale Frage zur Ausnahmefindung: 'Denke an eine Zeit — kürzlich oder in der Vergangenheit — als das gut funktioniert hat, auch nur teilweise. Was war damals anders? Was hast du gemacht?'
- 3
Gib den Teilnehmenden 3–5 Minuten Zeit, um Beispiele individuell aufzuschreiben, bevor sie diese teilen.
- 4
Sammle die Beispiele am Flip-Chart. Frage für jedes Beispiel weiter nach: 'Was hat das möglich gemacht? Wer hat dazu beigetragen? Welche Bedingungen waren gegeben?'
- 5
Identifiziere die Ressourcen und Stärken, die in den Beispielen eingebettet sind: Fähigkeiten, Beziehungen, Gewohnheiten, Strukturen, Einstellungen.
- 6
Frage: 'Wie viel davon steht uns noch zur Verfügung? Was bräuchte es, um es wieder zu aktivieren?'
- 7
Schließe ab, indem du die identifizierten Ressourcen in eine positive Grundlage für die Aktionsplanung umwandelst: 'Angesichts dieser Stärken, worauf können wir in unseren nächsten Schritten aufbauen?'
Tipps
Widerstehe dem Drang, zum Problemfokus zurückzukehren — Gruppen neigen dazu, immer wieder zu sagen: 'Aber das eigentliche Problem ist…'. Lenke sanft um: 'Wir kommen darauf zurück — lass uns zuerst vollständig erkunden, was funktioniert.'
Die Ausnahmefrage ist das zentrale Werkzeug: 'Wann ist das Problem NICHT vorhanden? Was ist dann anders?' Selbst kleine Ausnahmen sind wertvolle Daten.
Kombiniere mit Skalierungsfragen für ein vollständiges Bild: Skaliere zuerst die aktuelle Situation, dann orientiere dich an den Ressourcen, die die Zahl ungleich null machen.
In Teamsituationen benenne ausdrücklich die Stärken, die du als Facilitator:in beobachtest — Teams können oft ihre eigenen Fähigkeiten nicht klar erkennen.
Vermeide toxischen Optimismus: Ressourcenorientierung bedeutet nicht, Probleme zu ignorieren. Es geht darum, bewusst ein vollständiges Bild zu schaffen.
Variationen
Stärkengalerie im Team: Jede:r Teilnehmende schreibt 3 Ressourcen, die er/sie im Team sieht, auf Haftnotizen — alle an einer Wand anbringen, clustern und gemeinsam besprechen. Stärkengespräch: Paare interviewen sich gegenseitig über einen kürzlichen Erfolg mit wertschätzenden Fragen und berichten dann der Gruppe, was sie gehört haben. Ausnahmendiagramm: Zeichne eine Zeitleiste und markiere Momente, in denen Dinge gut funktioniert haben — suche nach Mustern in den Bedingungen.
Einsatzbereiche
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