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McKinsey 7-S-Framework

Das McKinsey 7-S-Framework ist ein leistungsstarkes Modell zur organisatorischen Ausrichtung, das Ende der 1970er Jahre von den McKinsey-Beratern Tom Peters, Robert Waterman und Julien Philips entwickelt wurde. Es analysiert eine Organisation anhand von sieben voneinander abhängigen Elementen, die für eine erfolgreiche Strategieumsetzung aufeinander abgestimmt sein müssen: Strategie, Struktur, Systeme, Gemeinsame Werte (das zentrale Element), Fähigkeiten, Personal und Führungsstil. Das Modell unterscheidet zwischen 'harten' Elementen (Strategie, Struktur, Systeme — leichter zu definieren und zu verändern) und 'weichen' Elementen (Gemeinsame Werte, Fähigkeiten, Personal, Führungsstil — schwerer zu quantifizieren, aber oft einflussreicher). Im Workshop-Kontext wird das 7-S-Framework eingesetzt, um organisatorische Missverhältnisse zu diagnostizieren, die Umsetzbarkeit geplanter Veränderungen zu bewerten, die Kompatibilität bei Fusionen und Übernahmen zu prüfen oder Transformationsprogramme zu planen. Die zentrale Erkenntnis: Die Veränderung eines Elements wirkt sich zwangsläufig auf alle anderen aus. Eine neue Strategie ohne entsprechende Anpassungen bei Struktur, Systemen und Fähigkeiten wird scheitern.

Dauer
2h–3h
Gruppengröße
4–20 people
Material
Whiteboard oder großes Papier, 7-S-Vorlage (7 miteinander verbundene Kreise), Haftnotizen…

So geht's

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    Einstieg: Das 7-S-Modell vorstellen — die sieben miteinander verbundenen Kreise zeichnen (Gemeinsame Werte in der Mitte, umgeben von Strategie, Struktur, Systemen, Fähigkeiten, Personal, Führungsstil) und den Unterschied zwischen harten und weichen Elementen erklären.

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    Scope festlegen: Einigen, ob der Ist-Zustand, ein angestrebter Soll-Zustand oder die LĂĽcke zwischen beiden analysiert wird. Diese Entscheidung auf der Vorlage explizit verankern.

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    Gruppenarbeit: Die Teilnehmer in sieben Kleingruppen aufteilen, jede Gruppe erhält ein 'S'. In 10–15 Minuten das jeweilige Element charakterisieren: Wie sieht es heute aus? Was funktioniert? Was nicht?

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    Galerierunde: Jede Gruppe präsentiert ihr Element in 3 Minuten. Zentrale Aussagen auf Haftnotizen festhalten und dem entsprechenden Kreis zuordnen.

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    Ausrichtungsanalyse: Spannungen und Missverhältnisse zwischen Elementen identifizieren. Leitfrage: 'Wenn wir X verändern, was bricht dann bei Y?'

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    Ausrichtung bewerten: Teilnehmer bewerten die Ausrichtung zwischen jedem Elementpaar (1 = stark misaligned, 5 = stark ausgerichtet). Ergebnisse auf der Karte visualisieren.

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    Die 2–3 kritischsten Missverhältnisse bestimmen und erste Handlungsoptionen entwickeln.

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    Abschluss: Verantwortlichkeiten und nächste Schritte für die identifizierten Missverhältnisse vereinbaren. Die vollständige Karte als Ausgangsbasis für künftige Überprüfungen dokumentieren.

Tipps

  • Gemeinsame Werte steht aus gutem Grund im Mittelpunkt. Wenn sich die Gruppe nicht auf Kernwerte einigen kann, werden alle anderen Elemente umstritten bleiben. Hier echte Zeit investieren.

  • Verhindern, dass 'Strategie' die Diskussion auf Kosten der weichen Elemente dominiert. Weiche Elemente sind die häufigste Ursache fĂĽr Strategieversagen.

  • Eine Vorab-Umfrage zu den individuellen Einschätzungen der sieben S durchfĂĽhren — so können Divergenzen im Raum sichtbar gemacht werden, statt von Grund auf Konsens zu erarbeiten.

  • FĂĽr Veränderungsprogramme: zwei Versionen der Karte erstellen — Ist-Zustand und Soll-Zustand. Die LĂĽcke zwischen beiden IST der Transformationsplan.

  • Jede Element-Präsentation streng auf die Zeit begrenzen — sonst fressen Struktur und Strategie die Session und Fähigkeiten, Personal sowie FĂĽhrungsstil kommen zu kurz.

Variationen

FĂĽr eine kompakte 60-Minuten-Version die Vorlage mit einem Vorab-Assessment vorausfĂĽllen und die Session nur fĂĽr Kritik und LĂĽckenanalyse nutzen. FĂĽr fortgeschrittene Anwendung mit einer Wardley-Map kombinieren, um Marktkontext zur internen Analyse hinzuzufĂĽgen. Bei M&A-Kontexten parallele Karten fĂĽr beide Organisationen erstellen und ĂĽbereinanderlegen, um kulturelle und strukturelle Konfliktpunkte zu finden.

Einsatzbereiche

Diagnose, warum eine Strategie nicht umgesetzt wirdPlanung einer organisatorischen Transformation oder UmstrukturierungBewertung der Kompatibilität bei Fusionen und ÜbernahmenOnboarding eines neuen Führungsteams in bestehende OrganisationsdynamikenBewertung der Bereitschaft für eine wesentliche Technologie- oder Prozessveränderung

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte ich McKinsey 7-S-Framework einsetzen?â–ľ

Setze McKinsey 7-S-Framework ein, wenn du Folgendes erreichen möchtest:: Diagnose, warum eine Strategie nicht umgesetzt wird; Planung einer organisatorischen Transformation oder Umstrukturierung; Bewertung der Kompatibilität bei Fusionen und Übernahmen; Onboarding eines neuen Führungsteams in bestehende Organisationsdynamiken; Bewertung der Bereitschaft für eine wesentliche Technologie- oder Prozessveränderung.

Wie lange dauert McKinsey 7-S-Framework?â–ľ

McKinsey 7-S-Framework dauert typischerweise 90–180 Minuten.

FĂĽr wie viele Teilnehmer eignet sich McKinsey 7-S-Framework?â–ľ

McKinsey 7-S-Framework eignet sich am besten für Gruppen von 4–20 Personen.

Welche Materialien brauche ich fĂĽr McKinsey 7-S-Framework?â–ľ

Für McKinsey 7-S-Framework benötigst du: Whiteboard oder großes Papier, 7-S-Vorlage (7 miteinander verbundene Kreise), Haftnotizen, Stifte, Bewertungskarten für jedes Element.

Wie schwierig ist es, McKinsey 7-S-Framework zu facilitieren?â–ľ

McKinsey 7-S-Framework ist als mittelschwer eingestuft — etwas Facilitation-Erfahrung ist hilfreich.

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Method descriptions on Workshop Weaver are original content written by our team, based on established facilitation practices. This method was inspired by work from Tom Peters, Robert Waterman & Julien Philips — McKinsey & Company.

McKinsey 7-S-Framework — Facilitation Method | Workshop Weaver