Clean Language
Clean Language ist eine präzise Fragetechnik, die in den 1980er Jahren von dem Therapeuten David Grove entwickelt wurde. Facilitator:innen verwenden eine kleine Anzahl sorgfältig formulierter, nicht interpretierender Fragen – wie zum Beispiel 'Und wenn X, was passiert dann?' – um den Teilnehmenden zu helfen, ihre eigenen Metaphern und impliziten Annahmen zu erkennen und zu untersuchen. Diese Methode eignet sich hervorragend für tiefgehende Coaching-Gespräche, Konfliktlösungen und das Aufdecken der wahren Natur komplexer Probleme, ohne die Antworten durch die eigene Weltanschauung der Facilitator:innen zu verfälschen.
So geht's
- 1
Erkläre den Teilnehmenden den Zweck: Die Rolle der Facilitator:in besteht darin, das eigene Denken der Teilnehmenden zu erhellen, nicht zu interpretieren oder zu lenken.
- 2
Beginne mit einer offenen Frage, um ein Thema einzuladen: 'Was möchtest du, dass passiert?' oder 'Was ist dir an dieser Herausforderung wichtig?'
- 3
Höre genau auf die genauen Worte und Metaphern der Teilnehmenden (z.B. 'Ich fühle mich in die Ecke gedrängt').
- 4
Reagiere nur mit Clean Language Fragen und bleibe strikt im Vokabular der Teilnehmenden: 'Und wenn du in die Ecke gedrängt bist, was für eine Ecke ist das?' oder 'Und was passiert direkt bevor du dich in die Ecke gedrängt fühlst?'
- 5
Erkunde weiter die metaphorische Landschaft mit Fragen wie: 'Und wo ist X?', 'Und wie ist X?', 'Und wenn X, was passiert mit Y?', 'Und was möchtest du, dass passiert?'
- 6
Lass die Teilnehmenden zu eigenen Einsichten und Umdeutungen kommen – widerstehe dem Drang, Lösungen, Interpretationen oder Ratschläge zu geben.
- 7
Schließe ab, indem du die Teilnehmenden bittest, zusammenzufassen, was sie entdeckt haben und ob sie etwas anders machen möchten.
Tipps
Die wichtigste Disziplin besteht darin, dem Impuls zu widerstehen, umzuformulieren oder zu interpretieren.
Verwende die genauen Worte der Teilnehmenden, auch wenn sie ungewöhnlich klingen.
Übe die Kernfragen, bis sie sich natürlich anfühlen – Anfängern hilft oft eine laminierte Karte mit den Fragen.
In Gruppensettings funktionieren Paare besser als Triaden, damit alle ausreichend Sprechzeit bekommen.
Variationen
Gruppen-Clean Language: Eine Facilitator:in arbeitet mit einer kleinen Gruppe und stellt öffentlich Clean Language Fragen, sodass alle den Prozess gleichzeitig beobachten und lernen können. Kann mit Systemischem Modellieren für Teamarbeit kombiniert werden. In Coaching-Kreisen wechseln sich die Teilnehmenden als Fragesteller:in und Entdecker:in ab.
Einsatzbereiche
Häufig gestellte Fragen
Wann sollte ich Clean Language einsetzen?â–ľ
Setze Clean Language ein, wenn du Folgendes erreichen möchtest:: Executive Coaching und Führungskräfteentwicklung; Konfliktlösung und Mediation; Aufdecken von Grundannahmen bei komplexer Problemlösung; User Research und tiefgehende Kundeninterviews; Entwicklung von Facilitation-Fähigkeiten und reflektierende Praxis.
Wie lange dauert Clean Language?â–ľ
Clean Language dauert typischerweise 30–120 Minuten.
FĂĽr wie viele Teilnehmer eignet sich Clean Language?â–ľ
Clean Language eignet sich am besten für Gruppen von 2–20 Personen.
Welche Materialien brauche ich fĂĽr Clean Language?â–ľ
Für Clean Language benötigst du: ruhiger Raum, optional: Papier und Stifte für Notizen, Fragekarten (optional).
Wie schwierig ist es, Clean Language zu facilitieren?â–ľ
Clean Language ist als fortgeschritten eingestuft — am besten von erfahrenen Workshop-Leitern facilitiert.
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Kostenlos testenMethod descriptions on Workshop Weaver are original content written by our team, based on established facilitation practices. This method was inspired by work from David Grove / Caitlin Walker.