Metaphernarbeit
Metaphernarbeit ist eine Facilitation-Technik, die Bilder, Geschichten und Analogien nutzt, um Gruppen zu helfen, sich indirekt mit komplexem, sensiblen oder emotional aufgeladenem Material auseinanderzusetzen. Wenn Teilnehmende eine Situation als 'ein Schiff ohne Kapitän' oder 'ein Haus auf Sand' beschreiben, offenbaren sie emotionale Wahrheiten, die direkte Fragen möglicherweise nicht ans Licht bringen. Die Metapher schafft eine sichere Distanz — es ist einfacher, ein Schiff zu kritisieren als einen Manager. Geschickt eingesetzt, öffnen Metaphern Tiefen, erzeugen kreative Einsichten und fördern ein gemeinsames Verständnis über verschiedene Kommunikationsstile hinweg.
So geht's
- 1
Stelle die Einladung vor: 'Anstatt [Thema] direkt zu besprechen, möchte ich, dass wir durch Bilder oder Metaphern arbeiten. Das öffnet oft Dinge, die direkte Gespräche übersehen.'
- 2
Wähle einen von drei Einstiegspunkten je nach Gruppe und Zeit: (a) Offene Metaphernaufforderung: 'Wenn unser Team/Projekt/Situation ein Tier/Fahrzeug/Gebäude/Wetter wäre, was wäre es gerade — und warum?'; (b) Auswahl von Bildkarten: Lege ein Deck visueller Bildkarten mit der Bildseite nach oben aus und bitte jede:n Teilnehmende:n, eine auszuwählen, die mit der aktuellen Situation resoniert; (c) Geschichtenauslöser: 'Erzähle eine kurze Geschichte — real oder fiktiv — die beschreibt, wie sich diese Situation anfühlt.'
- 3
Gib den Teilnehmenden 3–5 Minuten Zeit, um individuell zu reflektieren, und teile dann in Paaren oder kleinen Gruppen.
- 4
Sammle im Plenum die Metaphern auf einem Flip-Chart. Achte auf Themen: Welche Bilder kommen immer wieder? Welche Elemente der Metapher fĂĽhlen sich am lebendigsten an?
- 5
Lade zur Vertiefung ein: 'Was müsste sich in deiner Metapher ändern, damit sie sich besser anfühlt? Welche Ressourcen schlägt deine Metapher vor?'
- 6
Stelle den Bezug zur realen Situation her: 'Was sagt uns das darüber, was wir tatsächlich brauchen?'
- 7
Optional: Lade die Gruppe ein, gemeinsam eine geteilte Metapher zu entwickeln ('Wenn wir alle dasselbe Schiff beschreiben wĂĽrden, wie wĂĽrde es aussehen?').
Tipps
Bildkartendecks (Dixit-Karten, Oh-Karten, STRIM-Karten) senken die Hemmschwelle zur Teilnahme erheblich — die Leute zeigen eher als dass sie erklären.
Interpretiere niemals die Metapher einer Person für sie — frage, was sie für sie bedeutet.
Schütze die metaphorische Distanz: Wenn jemand sagt 'das Schiff sinkt', frage nicht sofort 'meinst du, das Projekt scheitert?' — bleibe noch etwas länger in der Metapher.
Humor entsteht oft ganz natürlich ('wir sind ein Hamsterrad') — begrüße ihn, er löst Spannungen und ist selbst eine Form von Einsicht.
Funktioniert besonders gut, wenn Gruppen zögerlich sind, direktes Feedback zu geben oder wenn Hierarchie ehrliche Äußerungen erschwert.
Variationen
Zukunftsmetapher: Bitte die Teilnehmenden, zu beschreiben, wo sie in 6 Monaten sein möchten, als Metapher — und stelle dann den Bezug her, was sich ändern muss. Gruppengeschichte: Baue eine gemeinsame Erzählung ('Es war einmal ein Team, das...') auf, die kollektive Sorgen und Aspirationen offenbart. Pre-Mortem über Metapher: 'Wenn dieses Projekt ein Katastrophenfilm wäre, wie würde er heißen? Was wäre die Handlung?'
Einsatzbereiche
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